Karnevalsvereine und ihre SorgenDie Karnevalszeit wird oft als die fünfte Jahreszeit bezeichnet. Sie ist inzwischen zu einem wichtigen Wirtschaftszweig herangewachsen, der nicht mehr weg zu denken ist. Viele Großfirmen und auch kleinere Unternehmen existieren heute davon. Ganz besonders in den Ballungsgebieten leben inzwischen viele Familien von einer Tätigkeit im Karnevalsbereich. Es haben sich auch Handwerksbetriebe voll auf Karneval eingestellt. Ebenso entwickelt sich die künstlerische Tätigkeit besonders begabter Personen. Sei es als Büttenredner, Gesangsgruppen oder Tanzgruppen. Jeder hat den Wunsch, seine Fähigkeit auf der Bühne einem größeren Publikum zu präsentieren. Wer heute als Veranstalter eine Karnevals- oder Faschingsveranstaltung organisieren und auch durchführen will, der muss schon wirtschaftliches Denken in den Vordergrund stellen. Er muss „Soll und Haben“ genau kalkulieren. Die meisten Vereine haben heute leider nicht mehr die Unterstützung von ihren Städten und Gemeinden, die sie früher einmal hatten. Früher bekamen die Vereine von den Kommunen vorhandene Hallen oder Säle kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Kommunen unterstützten so die örtlichen Vereine. Da war noch kultureller Gemeinschaftssinn im Vordergrund. Heute jedoch sind andere Denker an der Macht. Soziales Denken wird nicht mehr so sehr in den Vordergrund gestellt. Örtliche Vereine werden nicht mehr so unterstützt, wie es früher einmal der Fall war. Sie werden als Unternehmen betrachtet und auch so behandelt. Sie dürfen von Ihrer Gemeinde keine Vergünstigungen mehr erwarten. Dadurch leiden die örtlichen Vereine und die noch vorhandene Vereinskultur stirbt langsam aber sicher aus. Nicht nur, dass die Vereine von großen Nachwuchssorgen geplagt werden – nein, die Kommunen verweigern auch immer mehr ihr Entgegenkommen gegenüber den Vereinen. Aber es ist trotzdem seltsam, wer einmal bei einer Karnevalsveranstaltung mitgewirkt hat, der ist dem Virus „Karneval“ verfallen. Egal ob Tanzmariechen, Kinderprinzenpaar oder sonstige Teilnahme. Diese Kinder bleiben of dem Karneval fest verbunden, bis zu ihrem Lebensende. Diese treuen Vereinsmitglieder halten zu ihrem Verein und leisten auch oft große Vereinsarbeit. Sie tragen so weitaus mehr zu einem Vereinsleben bei als Kommunen und deren Lokalpolitiker, die sich gerne bei einer Medienpräsentation des Vereines an die vordersten Tische setzen und sich als Wohltäter oder sozialer Vereinsmensch präsentieren. Eines muss jedem Vereinsführer klar sein. Im Zeitalter, wo Kommunen viel befahrene Straßen kostspielig kappen und in nicht befahrene Fahrradwege umgestalten, bleibt kein Geld mehr für die kommunale gemeinnützige Vereinskultur.
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